Forschung für Verteidigung und Sicherheit

Das Institut

Das Fraunhofer FHR ist eines der führenden und größten europäischen Forschungsinstitute auf dem Gebiet der Hochfrequenz- und Radartechnik. Für seine Partner entwickelt das Institut maßgeschneiderte Konzepte, Verfahren und Systeme für elektromagnetische Sensorik vom Mikrowellen- bis in den unteren Terahertzbereich.

Kernthema der Forschungsarbeiten am Fraunhofer FHR sind Sensoren für präziseste Abstands- oder Positionsbestimmung sowie bildgebende Systeme mit Auflösungen bis zu 3,75 mm. Das Anwendungsspektrum dieser Geräte reicht von Systemen für Aufklärung, Überwachung und Schutz bis hin zu echtzeitfähigen Sensoren für Verkehr und Navigation sowie Qualitätssicherung und zerstörungsfreies Prüfen. Dabei zeichnen sich die Systeme des Fraunhofer FHR durch Zuverlässigkeit und Robustheit aus: Radar- und Millimeterwellensensoren eignen sich auch unter rauen Umweltbedingungen für anspruchsvolle Aufgaben. Sie arbeiten bei hohen Temperaturen, Vibrationen oder Null-Sicht-Bedingungen aufgrund von Rauch, Dampf oder Nebel. Radar und artverwandte Hochfrequenzsysteme sind damit auch Schlüsseltechnologien für Verteidigung und Sicherheit. Hier unterstützt das Institut das Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) seit der Institutsgründung 1957.

Die am Fraunhofer FHR entwickelten Verfahren und Systeme dienen einerseits der Erforschung neuer Technologien und Macharten. Andererseits entwickelt das Institut gemeinsam mit Unternehmen, Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen Prototypen zur Bewältigung bisher ungelöster Herausforderungen. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf der Ausgereiftheit und Serientauglichkeit der Systeme, sodass diese gemeinsam mit einem Partner zeitnah in ein Produkt überführt werden können. Durch seine interdisziplinäre Aufstellung verfügt das Institut über das fachliche Know-How, um die gesamte Wertschöpfungskette von Beratung über Studien bis zur Entwicklung und Fertigung einer Nullserie abzudecken. Die verwendeten Technologien reichen von klassischer Hohlleiterbasis bis hin zu hochintegrierten Silizium-Germanium-Chips mit Frequenzen bis zu 300 GHz.

Die Fähigkeit der berührungslosen Messung und die Durchdringung von Materialien eröffnen viele Möglichkeiten zur Lokalisation von Objekten und Personen. In immer mehr Anwendungsbereichen sind Hochfrequenzsensoren des Fraunhofer FHR mit ihren besonderen Fähigkeiten durch den Fortschritt der Miniaturisierung und Digitalisierung eine bezahlbare und attraktive Option.

Strategische Ausrichtung

Seine fundierte Expertise bietet das Fraunhofer FHR in den Geschäftsfeldern Verteidigung, Weltraum, Mensch und Umwelt, Verkehr, Sicherheit und Produktion an.

Die Zusammenarbeit mit dem BMVg und dessen nachgeordneten Behörden im Geschäftsfeld Verteidigung stellt eine wesentliche Säule der Aktivitäten des Fraunhofer FHR dar. Durch das Projekt WRIS (Weltraumidentifizierungssensor) wurde im Geschäftsfeld Weltraum ebenfalls die langfristige Zusammenarbeit mit der Bundeswehr gestärkt: Das Fraunhofer FHR liefert regelmäßig Analyse- und Beobachtungsdaten von Weltraumobjekten, die mit Hilfe seines Weltraumbeobachtungsradars TIRA entstanden sind, an das Weltraumlagezentrum der Bundeswehr.

In seinen Geschäftsfeldern Verkehr, Sicherheit und Produktion setzt das Fraunhofer FHR die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft fort. Das Geschäftsfeld Umwelt wurde thematisch erweitert und heißt nun Mensch und Umwelt. Künftig werden neben den Systemen zu Geomonitoring auch Lösungen in den Bereichen Ambient Assistent Living und medizinischer Behandlung entwickelt.

Das Weltraumbeobachtungsradar TIRA

Das Weltraumbeobachtungsradar TIRA ist das größte Experimentalsystem des Instituts und einzigartig in Europa. Es dient der Entwicklung neuer Verfahren zur genauen Bahnbestimmung von Objekten im Weltall und zu ihrer Abbildung. Mit diesen Radarverfahren ist es für internationale Kunden und Partner im Einsatz, um Raumfahrtmissionen zu unterstützen, die Funktionsfähigkeit und Bahn von Satelliten zu überprüfen und die Lage im Weltraum zu beobachten. Mehr Informationen finden Sie hier: