Flexible Referenzsysteme für die Radarforschung
Für die Entwicklung und experimentelle Erprobung vernetzter Radarsysteme verfügt das Fraunhofer FHR über zwei reflektorbasierte Empfangssysteme für das L- und X-Band. Die Infrastruktur umfasst ein mobiles und ein stationäres System, die flexibel für unterschiedliche wissenschaftliche Fragestellungen eingesetzt werden können. Als institutsinterne Referenzsysteme unterstützen sie insbesondere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Umfeld von GESTRA und dienen als experimentelle Plattform für Untersuchungen zu Radar-Empfang, Tracking, Zeitsynchronisierung und Sensorvernetzung.
Präziser Empfang und hochgenaue Positionierung
Die Empfangssysteme sind mit Parabolreflektoren mit einem Durchmesser von 2,4 Metern ausgestattet und ermöglichen Messungen sowohl im L- als auch im X-Band. Die Antennen sind auf hochgenauen Positionierern montiert, die eine Positioniergenauigkeit von 0,01 Grad erreichen. Durch ihre stark gerichtete Antennenkeule können Signale gezielt aus der jeweiligen Beobachtungsrichtung empfangen werden. Ist die Ortskurve eines Objekts bekannt, lassen sich Fluggeräte oder Satelliten gezielt verfolgen.
Eine weitere wesentliche Eigenschaft ist die Anbindung an hochgenaue Uhren. Die Zeitgenauigkeit richtet sich nach der jeweils verfügbaren Referenz, derzeit einer auf Cäsium basierenden Frequenz- und Zeitreferenz. Dadurch können die mit verschiedenen Systemen gewonnenen Messdaten zeitlich synchronisiert werden. Gleichzeitig sind die Empfangssysteme vernetzbar und eignen sich damit für experimentelle Untersuchungen mit räumlich getrennten Radarsystemen.
Anwendungen in der Luft- und Weltraumüberwachung
Ein wesentlicher Einsatzbereich ist der Empfang von Signalen von Fluggeräten und Satelliten sowie die zeitliche Synchronisierung der gewonnenen Daten. Damit können die Referenzsysteme sowohl für Forschungsarbeiten im Bereich der Weltraumlageerfassung und -überwachung als auch für Anwendungen der Luftraumüberwachung und Sensorvernetzung genutzt werden. Derzeit liegt der Schwerpunkt auf dem Einsatz im Rahmen von GESTRA und GESTRA Vernetzung sowie auf Experimenten mit GESTRA TX2. Die beiden Empfangssysteme erweitern damit die experimentellen Möglichkeiten des Fraunhofer FHR für die Erforschung und Weiterentwicklung vernetzter Radarsysteme und moderner Sensorverbünde.