Europas nächste Generation multifunktionaler Hochfrequenzsysteme: SCEPTER

Radar, elektronische Kampfführung und Kommunikation in einer einzigen Antenne: Im Projekt SCEPTER entwickeln 14 europäische Partner das Konzept für ein multifunktionales Hochfrequenzsystem auf Basis modernster AESA-Technologie. Das Fraunhofer FHR bringt dabei seine Expertise im Bereich Radar-Ressourcenmanagement und kognitiver Sensortechnologien ein.

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Radar, elektronische Kriegsführung und Kommunikation vereint in einem neuen, hochwertigen multifunktionalen HF-System aus europäischer Fertigung.

Moderne Konflikte zeigen deutlich: Wirksame Verteidigungs- und Sicherheitsarchitekturen erfordern die nahtlose Integration von Fähigkeiten über Domänengrenzen hinweg – zu Lande, in der Luft und auf See. Lagebewusstsein entsteht heute aus der Fusion von Sensordaten unterschiedlichster Plattformen, während klassische Maßnahmen zunehmend durch elektronische Kampfführung und adaptive Kommunikationssysteme ergänzt werden müssen.

Bisherige Systeme stoßen dabei an Grenzen: Separate Sensoren für Radar, Kommunikation und elektronische Kampfführung konkurrieren um Platz, Gewicht, Energie – und das begrenzte elektromagnetische Spektrum.

System verbessert Lagebild, reduziert Störungen und steigert operative Wirksamkeit

Hier setzt SCEPTER (European multifunction System ConcEPT applied to communications, Electronic warfare and Radar) an.

Ziel des Konsortiums ist die Entwicklung eines europäischen multifunktionalen Hochfrequenzsystems, das Radar-, Kommunikations- und elektronische Kampfführungsfunktionen in einer gemeinsamen Architektur mit aktiver elektronisch gesteuerter Gruppenantenne (Active Electronically Scanned Array, AESA) vereint.

Durch die Bündelung mehrerer Funktionen in einem einzigen System mit gemeinsamer Antennenapertur soll das elektromagnetische Lagebild verbessert, gegenseitige elektromagnetische Störungen reduziert und die operative Wirksamkeit insgesamt gesteigert werden.

Im Rahmen von SCEPTER entsteht der Vorentwurf eines multifunktionalen HF-Sensors auf Basis kompakter AESA-Technologie. Dabei kommen fortschrittliche Modellierungs- und Simulationsmethoden einschließlich digitaler Zwillinge zum Einsatz. Die Forschungsarbeiten umfassen unter anderem:

  • Low-Observable-AESA-Technologien und ultrabreitbandige Antennenkonzepte
  • Innovative Radom-Lösungen für unterschiedliche Einsatzumgebungen
  • Kognitive Verfahren auf Basis von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen für adaptive Wellenformgestaltung, intelligentes Ressourcenmanagement und verbesserte Zieldetektion in komplexen Szenarien
  • Hochintegrierte HF-Frontend-Technologien, darunter kompakte Sende-/Empfangsmodule sowie modulare, skalierbare digitale Hardware-Architekturen.

Das Projekt mündet in die Konzeption und Demonstration zentraler Subsystem-Bausteine – von Abstrahlelementen über HF-Frontend-Module und digitale Backend-Lösungen bis hin zu einem fortschrittlichen Ressourcenmanagement.

Fraunhofer FHR entwickelt neuartige Algorithmen

Das Fraunhofer FHR übernimmt in SCEPTER eine Schlüsselrolle: Es leitet die Entwicklung neuartiger Radarressourcenmanagement-Algorithmen, die das volle Leistungspotenzial des multifunktionalen HF-Systems ausschöpfen sollen. Diese Algorithmen werden mittels modernster Simulation verifiziert und in den SCEPTER-Hardware-Demonstrator implementiert. Darüber hinaus bringt das Fraunhofer FHR seine Kompetenz in den Bereichen kognitive Radartechniken, fortgeschrittene GMTI- und iSAR-Verarbeitung sowie Antennentechnologien ein.

Das SCEPTER-Konsortium wird von der Indra Group (Spanien) koordiniert und vereint 14 Partner aus neun EU-Staaten – führende Verteidigungsunternehmen, Forschungsorganisationen und spezialisierte KMU. SCEPTER baut insbesondere auf den Ergebnissen des PADR-Projekts CROWN auf und entwickelt diese gezielt weiter – erweitert um Fähigkeiten in den Bereichen passive Radarsensorik und kognitive Sensortechnologien.

Über die technologische Dimension hinaus stärkt SCEPTER die europäische Verteidigungsindustrie und Technologiebasis (European Defence Technological and Industrial Base, EDTIB) und unterstützt die strategischen Ziele Europas in den Bereichen Innovation, Interoperabilität und technologische Souveränität.

SCEPTER wird durch den Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) im Rahmen der Ausschreibung zu fortgeschrittenen Radartechnologien gefördert.