Eine verlässliche Weltraumlage entsteht erst durch das Zusammenspiel leistungsfähiger Sensorik, robuster Datenverarbeitung und präziser Analyseverfahren. Mit der wachsenden Zahl von Satelliten, neuen Missionsprofilen und zunehmender Fragmentierung im Orbit steigen die Anforderungen an Systeme, große Mengen von Objekten erfassen, gewonnene Daten zu verarbeiten und in belastbare Lageinformationen überführen. Das Fraunhofer FHR entwickelt auf der Basis von Radar-Technologien hierfür skalierbare Technologien, die von einzelnen Sensoren bis zu vernetzten Systemarchitekturen reichen und den Übergang in den operativen Betrieb ermöglichen.
Vernetzte Radarsysteme und adaptive Messverfahren
Ein zentraler Ansatz ist die Entwicklung verteilter Radarsysteme mit mono-, bi- und multistatischen Geometrien (WMT - Multistatische Weltraumbeobachtung). Solche Architekturen erhöhen die Erfassungswahrscheinlichkeit, verbessern die Genauigkeit und erhöhen die Resilienz des Systems. Ergänzt werden diese Konzepte durch kontinuierlich optimierte Messverfahren, die ihre Parameter dynamisch an Beobachtungsbedingungen und Missionsziele anpassen. Dadurch können wir sowohl einzelne Objekte präzise verfolgen als auch große Objektpopulationen effizient überwachen.
Weiterführende Informationen WMT - Multistatische Weltraumbeobachtung
Präzise Orbitbestimmung
Die gewonnenen Sensordaten werden in leistungsfähigen Verarbeitungsketten zusammengeführt. Hierbei kombinieren wir Radarmessungen mit weiteren Datenquellen und überführen sie in konsistente Bahnmodelle mit quantifizierten Unsicherheiten. Moderne Verfahren der Datenfusion ermöglichen eine zuverlässige Zusammenführung heterogener Informationen und schaffen die Grundlage für belastbare Prognosen. Ereignisbasierte Auswerteverfahren erkennen beispielsweise Bahnänderungen oder Fragmentationen frühzeitig und unterstützen eine gezielte Weiterverfolgung. Im Rahmen unseres Projektes ‚Space Based Radar‘ erfahren Sie mehr über unsere weltraumbasierte Beobachtung mit Radaren und perspektivischen Systemen.
Validierung durch Referenzsysteme und Simulation
Für die Entwicklung und Bewertung solcher Systeme nutzen wir simulationsgestützte Analysen sowie experimentelle Infrastrukturen. Unser Radarsystem TIRA dient dabei als Referenzsensor für Kalibrierung, Validierung und Demonstration. In Kombination mit realitätsnahen Testszenarien können neue Technologien unter praxisnahen Bedingungen erprobt und schrittweise in operationelle Anwendungen überführt werden. Mit dem Radarsystem GESTRA hat das Fraunhofer FHR demonstriert, dass ein technisch herausforderndes Phased Array Weltraumbeobachtungsradar auf engstem Raum realisierbar ist. Auf dieser Basis können wir sowohl das Design als auch die Realisierung vergleichbarer Radarsysteme unterstützen.
Ihr Nutzen: belastbare Systeme für operative Anwendungen
Auf dieser Basis entstehen Lösungen, die Raumfahrtagenturen, Behörden und Industrieunternehmen beim Aufbau und Betrieb moderner Systeme zur Weltraumlageerfassung unterstützen. Unser Leistungsspektrum reicht von Systemstudien und Architekturkonzepten über die Entwicklung von Auswerteketten bis hin zu Demonstratoren und Pilotanwendungen. Gemeinsam mit Partnern entwickelt das Fraunhofer FHR zukunftsfähige Technologien für eine sichere und nachhaltige Nutzung des Weltraums.