1955–1957: Gründung und Aufbau
Mit der Eintragung der Gesellschaft zur Förderung der astrophysikalischen Forschung e. V. im Jahr 1955 wurde der Grundstein für ein spezialisiertes Radarforschungsinstitut gelegt. Am 1. Januar 1957 nahm das Forschungsinstitut für Hochfrequenzphysik (FHP) seine Arbeit auf. Ziel war es, Hochfrequenz- und Radartechnologien für die Beobachtung des Weltraums wissenschaftlich weiterzuentwickeln.
1957–1963: Erste Jahre in Remagen
In den Anfangsjahren war das Institut in Remagen‑Rolandseck untergebracht. Bereits in dieser Phase entstanden zentrale wissenschaftliche Grundlagen, insbesondere für die radarbasierte Erfassung und Analyse von Objekten im erdnahen Weltraum.
1963–1973: Standort Wachtberg und Großradaranlage
1963 zog das Institut nach Wachtberg bei Bonn um – bis heute Hauptsitz des Fraunhofer FHR. Ab 1965 begann dort der Bau einer leistungsfähigen Großradaranlage. Die Inbetriebnahme erfolgte 1970, erste Experimente schlossen sich unmittelbar an. 1973 gelang die erste hochpräzise Satellitenvermessung – ein Meilenstein der europäischen Radarforschung.
1975–1998: Ausbau unter dem Dach der FGAN
1975 wurde die Trägergesellschaft in Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften e. V. (FGAN) umbenannt. In den folgenden Jahrzehnten weitete das Institut seine Forschung deutlich aus und entwickelte neuartige Radarverfahren und experimentelle Systeme für Luft‑, See‑ und Weltraumanwendungen.
1999–2008: Fokus Hochfrequenzphysik und Radartechnik
Im Zuge einer Umstrukturierung innerhalb der FGAN wurde das Institut am 1. April 1999 in Forschungsinstitut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) umbenannt. Der Fokus auf integrierte Hochfrequenz‑, Radar‑ und Signalverarbeitungstechnologien wurde weiter geschärft.
Seit 2009: Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR
Am 17. August 2009 erfolgte die vollständige Eingliederung der FGAN in die Fraunhofer-Gesellschaft. Seitdem firmiert das Institut als Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR. Heute zählt es zu den führenden europäischen Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet moderner Radar‑ und Sensortechnologien und verbindet seine historisch gewachsene Expertise mit zukunftsorientierten Anwendungen in Sicherheit, Verteidigung, Weltraum und Industrie. Seit 2016 leiten Prof. Peter Knott und Prof. Dirk Heberling gemeinsam das Fraunhofer FHR.