Luftgestützte Sensorik und vernetzte Aufklärungssysteme

Lagebilder für dynamische Einsatzräume

Die Überwachung komplexer Einsatzräume erfordert heute hochmobile und flexibel einsetzbare Sensorsysteme, die unabhängig von festen Standorten operieren können. Unterschiedliche Zieltypen – von bemannten Plattformen bis zu unbemannten Systemen – müssen zuverlässig erkannt, verfolgt und bewertet werden.
Gleichzeitig gewinnt die elektronische Kampfführung zunehmend an Bedeutung: Sensorsysteme müssen nicht nur detektieren, sondern auch gegenüber Störungen und Täuschmaßnahmen widerstandsfähig sein. Das Fraunhofer FHR entwickelt radarbasierte Technologien für die luftgestützte Aufklärung. Ziel ist eine belastbare Informationsbasis für zeitkritische Entscheidungen bereitzustellen.

Miniaturisierung und neue Plattformen

Ein zentraler Entwicklungstrend ist die Integration leistungsfähiger Sensorik in kompakte und energieeffiziente Trägersysteme. Ein Beispiel ist das Projekt TAUSAR, bei dem ein hochauflösender Radar-Sensor im Millimeterwellenbereich auf einer elektrisch betriebenen Senkrechtstarter-Plattform (eVTOL) integriert wird. Solche Ansätze ermöglichen hochauflösende Aufklärung auch mit kleinen, flexibel einsetzbaren Trägersystemen. Dabei stellen insbesondere Energieversorgung, Gewicht und Systemintegration zentrale Herausforderungen dar.

Vernetzte Aufklärung im Verbund

Moderne Aufklärungssysteme basieren zunehmend auf dem Zusammenspiel mehrerer Plattformen. Bemannte und unbemannte Systeme erfassen Daten aus unterschiedlichen Perspektiven und führen diese zu einem konsistenten Gesamtbild zusammen. Diese sogenannten vernetzten Gesamtsysteme („System of Systems“) ermöglichen ein robusteres und vollständigeres Lagebild, da Informationen aus unterschiedlichen Perspektiven kombiniert werden.

Wir arbeiten an Schlüsseltechnologien für diese Vernetzung, insbesondere in den Bereichen:
• Synchronisation verteilter Sensoren
• effiziente Verarbeitung und Verteilung großer Datenmengen
• koordiniertes Ressourcenmanagement innerhalb multifunktionaler Sensorsysteme

Ein Beispiel hierfür ist das europäische Projekt SCEPTER, in dem Verfahren zur koordinierten Nutzung von Radar-, Kommunikations- und Störfunktionen entwickelt werden.

Erprobung unter realen Bedingungen

Die Entwicklung neuer Technologien erfolgt am Fraunhofer FHR nicht ausschließlich im Labor, sondern wird systematisch unter realen Bedingungen getestet. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal ist die Nutzung eigener fliegender Experimentalsysteme, mit denen reale Sensordaten erhoben werden können. Ein Beispiel ist das System PHOENIX 94, das in internationalen Messkampagnen eingesetzt wird. Diese realen Daten sind entscheidend für die Entwicklung zuverlässiger Auswerteverfahren, da sie reale Effekte wie Störungen, Mehrwegeausbreitung oder Umwelteinflüsse enthalten.

Weiterentwicklung vernetzter Sensorarchitekturen

Zukünftige Systeme erfordern eine durchgängige Vernetzung über verschiedene Plattformen und Ebenen hinweg. Neben luftgestützten Systemen werden zunehmend auch andere Ebenen einbezogen. Langfristig spielen auch weltraumgestützte Sensoren eine wichtige Rolle, insbesondere für die frühzeitige Erkennung weit entfernter Bedrohungen. Das Fraunhofer FHR arbeitet hierzu gemeinsam mit Partnern an Konzepten, die luftgestützte Sensorik mit weiteren Systemkomponenten kombinieren und so eine konsistente Informationsgewinnung ermöglichen. Auftraggeber profitieren von skalierbaren Lösungen, die sich flexibel an unterschiedliche Einsatzanforderungen anpassen lassen.

 

Land

 

Sensorik für bodengebundene Verteidigung und Drohnendetektion

 

See

 

Signaturanalyse und Wellenausbreitung im maritimen Umfeld 

 

Technologien

 

Schlüsseltechnologien von der Messung bis zur Systemintegration