ASRA - Adaptive Regelung von Stahlbändern in Warmwalzstraßen

Die Stahlproduktion stellt hohe Anforderungen an Präzision, Effizienz und Robustheit der eingesetzten Messtechnik. Insbesondere in Warmwalzstraßen führen extreme Umgebungsbedingungen dazu, dass konventionelle Messverfahren wie optische oder radiometrische Systeme nur eingeschränkt einsetzbar sind.

© Fraunhofer FHR

Im Projekt ASRA wird ein neuartiges Radarsystem zur hochpräzisen Konturmessung von Walzgutkanten in Warmwalzprozessen entwickelt. Ziel ist es, eine stabile und genaue Breitenmessung über die gesamte Walzgutlänge zu ermöglichen – auch bei variablen Kantenformen oder sogenannter Skibildung, bei der sich die Vorderkante des Materials aufbiegt.

Durch die Kombination aus Konturmessung, Geschwindigkeitsbestimmung sowie der Erkennung von Walzgutkopf und -fuß soll eine adaptive Echtzeitregelung der Walzen im Vorgerüst realisiert werden. Dadurch kann die Breitenregelung gezielt an die aktuellen Materialparameter angepasst werden. Der Anteil an Material, der die Sollbreite unterschreitet und entfernt werden muss, wird reduziert, wodurch Energie- und Kosteneinsparungen sowie eine deutliche Verringerung des Ausschusses erreicht werden.

Im Projekt wird ein hochauflösendes, modulares und vollintegriertes Mehrkanal-Radarsystem entwickelt. Ergänzend kommen spezialisierte Radarsignalverarbeitungsverfahren zum Einsatz, die auf leistungsfähiger Hardware in Echtzeit umgesetzt werden. Die Systemlösung ist auf den Einsatz unter industriellen Bedingungen ausgelegt und ermöglicht eine robuste und zuverlässige Messung im Walzprozess.

In ASRA vereinen sich Kompetenzen aus Radarentwicklung, Signalverarbeitung, Antennentechnik sowie Walzprozessmodellierung und industrieller Integration. Durch die Einbindung unserer Industriepartner kann die entwickelte Technologie von Anfang an in realitätsnahen Testumgebungen erprobt und für den industriellen Einsatz vorbereitet werden.

Projektpartner und Förderung