Missionsunterstützung für Raumfahrtagenturen und Satellitenbetreiber: Als starker Partner für mehr Sicherheit im Orbit liefert das Fraunhofer FHR mit seinem in Europa einzigartigen Weltraumbeobachtungsradar TIRA unverzichtbare Radarbilder und präzise Analysen von Objekten für Missionen zur aktiven Beseitigung von Weltraumschrott (ADR) und zum Service im Orbit (OOS).
Es herrscht Rush-Hour auf den Erdumlaufbahnen: Immer mehr Satelliten umkreisen die Erde um ihre wichtigen Aufgaben z.B. in der Navigation, Kommunikation, für das Internet oder die Erdbeobachtung zu erfüllen. Auf bestimmten Bahnen sind die Kapazitäten inzwischen extrem strapaziert.
Dazu kommt die gewaltige Menge ausgedienter Objekte, die im Orbit herumschwirren und die Gefahr der Beschädigung oder Zerstörung von Satelliten durch Kollisionen weiter steigern.
Konzepte für freie Bahn im Weltraum werden zur Schlüsselfrage
Um dem wachsenden Verkehr und der steigenden Gefahr durch Trümmer auf den Erdumlaufbahnen zu begegnen, entwickeln Raumfahrtbehörden und Unternehmen auf der ganzen Welt mit Nachdruck Konzepte zur Reduzierung und Vermeidung von Weltraumschrott. Active debris removal (ADR) Missionen befassen sich mit der aktiven Beseitigung von Weltraumrückständen wie Raketenoberstufen. On-orbit servicing (OOS) sind Missionen mit Montage-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an Satelliten zur Verlängerung ihrer Betriebsdauer. Das Fraunhofer FHR bietet für beides wichtige Unterstützungsleistungen: Im Vorfeld und während solcher Missionen können die im Fokus stehenden Objekte mit TIRA präzise abgebildet und durch die gewonnenen Radardaten ihr technischer Zustand und ihr Bewegungsverhalten analysiert werden.
Hochpräzise ISAR Bilder und Analysen der Zielobjekte
Für erfolgreiche ADR/OOS Missionen benötigen die jeweiligen Behörden oder Unternehmen Informationen über das Objekt, die von der Erde aus nicht ohne Weiteres einzuholen sind: Ist es stabil ausgerichtet oder rotiert es? Gibt es Schäden an der Außenhülle oder fehlen gar Komponenten? Das Fraunhofer FHR bietet hier die Lösung: Mit TIRA - kurz für Tracking und Imaging Radar - kann das Institut die nötigen Daten für die Missionen liefern und sowohl deren Planung als auch Durchführung zuverlässig unterstützen.
National und international gefragte Fähigkeiten
Das Experimentalsystem TIRA ist mit seiner Fähigkeit zur Beobachtung von Objekten im Weltraum in Europa einzigartig: In tausend Kilometern Entfernung kann es sogar noch Objekte entdecken, die lediglich zwei Zentimeter groß sind. Bereits heute erbringt das Fraunhofer FHR zahlreiche Missionsunterstützungsleistungen mit TIRA: National für das Weltraumlagezentrum in Uedem, international z. B. für die ESA, CNES oder JAXA. So wurde das Fraunhofer FHR unter anderem damit beauftragt, ihm Rahmen des CRD2 Programms der JAXA zur aktiven Entfernung von großen Weltraumrückständen einige japanische Trägerraketen des Typs H-IIA über mehrere Jahre zu monitoren und ihren technischen Zustand sowie ihr Bewegungsverhalten zu analysieren.
TIRA wichtiger Partner für alle Aspekte der Sicherheit im Weltraum
Der Weltraumschrott wird weiter zunehmen, somit steigt auch die Gefahr für aktive Satelliten, durch Fragmente beschädigt zu werden. Zukünftig werden sowohl ein möglichst genaues Lagebild wie auch die aktive Rückführung und die Vermeidung von Weltraumschrott ein Thema sein - das Fraunhofer FHR bietet mit TIRA in allen drei Bereichen wichtige Unterstützung für künftige Missionen.