8. Wachtberg-Forum des Fraunhofer FHR

Die Zukunft auf dem Radar

16.7.2018

Zum achten Mal hat das Fraunhofer FHR das Wachtberg-Forum veranstaltet. Im Fokus der Ausstellung lagen in diesem Jahr Chancen und Risiken von UAV (Unmanned Aerial Vehicle), umgangssprachlich auch Drohnen genannt. Hauptattraktion war die Vorführung einer Live-Messung mit einem abbildenden Radar. Die Daten wurden in Echtzeit mit dem institutseigenen Ultraleichtflugzeug „Delphin“ aufgenommen, mittels Funkstrecke an die Bodenstation übertragen und dem Publikum präsentiert. Begleitet wurde die Ausstellung von einem Vortragsprogramm, in dem weitere Forschungsschwerpunkte des Instituts beleuchtet wurden.

Prof. Heberling und Prof. Knott begrüßen die Gäste beim 8. Wachtberg-Forum
© Fraunhofer FHR

Prof. Heberling und Prof. Knott begrüßen die Gäste beim 8. Wachtberg-Forum

Ein UAV mit Radarsensor: Er eignet sich hervorragend zur Abstands- und Hinderniserkennung zum autonomen Fliegen als auch zur Gewinnung von Lageinformationen.
© Fraunhofer FHR

Ein UAV mit Radarsensor: Er eignet sich hervorragend zur Abstands- und Hinderniserkennung zum autonomen Fliegen als auch zur Gewinnung von Lageinformationen.

Auf dem Wachtberg-Forum präsentierte das Fraunhofer FHR verschiedene Radarsysteme zur Detektion von UAVs im Anflug, u.a. das Passiv-Radarsystem ATLAS.
© Fraunhofer FHR

Auf dem Wachtberg-Forum präsentierte das Fraunhofer FHR verschiedene Radarsysteme zur Detektion von UAVs im Anflug, u.a. das Passiv-Radarsystem ATLAS.

Die Bedeutung von UAVs für die Gesellschaft wächst rasant: Einerseits sind sie eine mögliche Gefahrenquelle, gleichzeitig nehmen sie im Bereich der Logistik, Fernerkundung und Aufklärung eine immer wichtigere Stellung ein. „Das Fraunhofer FHR erforscht seit Jahren bereits beide Seiten der Medaille: Unsere Wissenschaftler entwickeln verschiedene Systeme zur frühzeitigen UAV-Detektion für Sicherheitskräfte, gleichzeitig nutzen wir sie als kostengünstige Sensorträger“, so Prof. Dr. Peter Knott, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer FHR.

Die Einsatzgebiete der fliegenden Plattformen reichen von der Fernerkundung über die Gewinnung von Lage-Informationen, beispielsweise im Katastrophenfall, bis zur Untersuchung von Großanlagen wie Silos oder Kesseln. Weiterhin entwickeln die Wissenschaftler Radare zur Navigationsunterstützung von UAVs. Das ACoRad-System kann als Altimeter und Hindernis-Sensor dienen. „Es leistet so einen wichtigen Beitrag zur Realisierung autonom fliegender UAVs“, so Knott.

Im Bereich der frühzeitigen Detektion von UAV eignen sich die Systeme besonders gut. „Radar ist in der Lage, Nebel, Rauch oder Staub zu durchdringen. Ferner sind unsere Systeme unabhängig Licht- und Wetterverhältnissen“, erläutert Peter Knott. Die Auflösung die Systeme ist zudem entfernungsunabhängig, da Radar die Entfernung als Laufzeit misst. Das bedeutet, dass die Echos von zwei nah beieinander liegenden Objekten aufgrund ihrer unterschiedlichen Entfernung zum Radar immer mit einer zeitlichen Differenz wahrgenommen werden. Neben der Detektion und Nachverfolgung von bewegten Objekten („Tracking“) ist auch eine Klassifikation möglich.

Im Anschluss an das Wachtberg-Forum hatte die Wirtschaftsförderung Bonn lokale Unternehmen zu einem Netzwerktreffen zur Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) eingeladen. FMD ist ein großes Investitionsprogramm des Bundesforschungsministeriums zur Stärkung der Mikroelektronik in Deutschland bei dem auch das Fraunhofer FHR Teilnehmer ist. Schwerpunkt der Veranstaltung waren die Themen „Mikroelektronik als Basistechnologie für Industrie 4.0“ sowie konkrete Möglichkeiten der Kooperation im Rahmen von FMD.