Jahresbericht 2018

Vorwort zum Jahresbericht 2018

Prof. Heberling und Prof. Knott
© Fraunhofer FHR/Bellhäuser

Prof. Heberling und Prof. Knott

Liebe Freunde und Partner des Fraunhofer FHR,
liebe Leserinnen und Leser,

im Rückblick auf das Jahr 2018 und unsere vielfältigen Forschungsaktivitäten steht erneut das Geschäftsfeld Weltraum im Mittelpunkt: Unter großer weltweiter Beachtung begleiteten wir mit unserem Weltraumbeobachungsradar TIRA Anfang April den Wiedereintritt der chinesischen Raumstation  Tiangong-1. Unsere Analysen und Radarabbildungen halfen nicht nur dem deutschen Weltraumlagezentrum, sondern auch der ESA und dem weltweiten Netzwerk ihre Prognosen für einen Absturzort und -zeitpunkt zu verbessern. Aufgrund der internationalen Relevanz wurden unsere Radaraufnahmen von Tiangong-1 auf der ganzen Welt in den Medien verbreitet (mehr dazu hier).

Ein weiteres Highlight war die Abbildung des französischen Satelliten Microscope im Oktober. Erstmalig testete die französische Weltraumagentur ein  passives Deorbiting-System: Am Ende der Missionszeit wurden Bremssegel ausgefahren, die die Verweildauer des Satelliten um zwei Drittel reduzieren. Mit den Radarabbildungen von TIRA konnten wir nachweisen, dass die Segel korrekt positioniert wurden und ihren Zweck erfüllen werden (mehr dazu hier).

Beide Ereignisse sind gute Beispiele, dass TIRA mit seinen einzigartigen Fähigkeiten auch weiterhin ein unverzichtbarer Sensor für Deutschland und die weltweite Gemeinschaft bleiben wird. Auch bei der ILA Berlin Air Show Ende April standen unsere Sensoren zur Weltraumbeobachtung im Mittelpunkt. Neben unserem Fraunhofer-Messestand durften wir uns auch am Stand des Weltraumlagezentrums der Bundeswehr und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beteiligen, wo unsere Fähigkeiten mit dem neuen Weltraumüberwachungsradar GESTRA und TIRA auch bei der Bundes-verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und dem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf großes Interesse stießen (mehr dazu hier).

Nach 19 Jahren im Kuratorium und im wissenschaftlichen Beirat (davon mehr als 15 Jahre als Vorsitzender) des Fraunhofer FHR gab Prof. Dr. Hermann  Rohling (TU Hamburg-Harburg) bei der Kuratoriumssitzung am 29. Juni sein Amt an seinen Nachfolger Gunnar Pappert (Diehl Defence) ab und verabschiedete sich in den Ruhestand. Wir danken ihm für sein langjähriges Engagement und erinnern uns gerne an seine freundliche und offene Art. Besonders beim Übergang von der FGAN in die Fraunhofer-Gesellschaft engagierte er sich stark und setzte sich gemeinsam mit dem Kuratorium für die Interessen des FHR ein. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute (mehr dazu hier).

Auch innerhalb des Instituts gab es personelle Neuigkeiten: Zum 1. Januar 2018 übernahm Prof. Dr. Daniel O‘Hagan offiziell die Leitung der Abteilung »Passive und störfeste Radarverfahren« (PSR). Er war bereits von 2009 bis 2014 als Wissenschaftler und Projektleiter am Fraunhofer FHR beschäftigt, übernahm dann eine Professur an der Universität in Kapstadt, Südafrika und kehrte nun als Abteilungsleiter zurück ans Fraunhofer FHR. Wir freuen uns den weltweit vernetzten Experten für Passiv-Radar wieder am Institut zu haben und wünschen ihm viel Erfolg bei seiner neuen Funktion.

Im Geschäftsfeld Verkehr kümmert sich jetzt mit voller Arbeitskraft unser Geschäftsfeldsprecher Dr.-Ing. Andreas Danklmayer um unsere Kunden und Partner. Im Interview hier stellt er sich und aktuelle Aktivitäten des Geschäftsfelds vor.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren vielfältigen Fähigkeiten und ihrem Spezialwissen sind das wichtigste Element für erfolgreiche Arbeit. Um dieses wertvolle Kapital noch besser zu nutzen, wurde zum 1. August 2018 die Stabsstelle Personalentwicklung am Institut gegründet. Hanne Bendel, bereits seit 2013 am Institut, übernimmt diese anspruchsvolle Aufgabe. Noch besser und zielgerichtet sollen nun die Mitarbeitenden bei der Entwicklung ihrer Karriere und ihren Tätigkeiten gefördert und unterstützt werden.

Zu unserem Industrieprojekt PARASOL gab es 2018 ein erfreuliches Ergebnis: Wir erhielten die Anerkennung durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) für das Passiv-Radarsystem, so dass dem flächendeckenden Einsatz des Flugüberwachungsradar für Windenergieanlagen nichts mehr im Wege steht (mehr dazu auf hier).

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei unseren Förderern aus Bund und Land, unseren Partnern und Kunden für ihr Vertrauen und bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.

Eine Auswahl aus unseren zahlreichen Forschungsprojekten stellen wir Ihnen mit dem vorliegenden Jahresbericht 2018 vor. Wir laden Sie ein, sich einen Einblick zu verschaffen und wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Peter Knott und Dirk Heberling