Jahresbericht 2018

ILA Berlin AIR SHOW: Fraunhofer FHR an vier Messeständen präsent

Mit ihren Radarsensoren zur Weltraumbeobachtung beteiligte sich das Fraunhofer FHR an vier Messeständen bei der ILA Berlin Air Show vom 25. bis 29. April. Dort hatte auch unser Film über das Weltraumüberwachungsradar GESTRA seine Premiere.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier besuchten unsere Messestände auf der ILA Berlin Air Show.
© Fraunhofer FHR

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier besuchten unsere Messestände auf der ILA Berlin Air Show.

© Fraunhofer FHR

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Immer mehr Weltraummüll gefährdet die Satelliten im erdnahen Orbit. Ihre Aufgaben in den Bereichen Telekommunikation, Navigation oder Wettervorhersage sind jedoch essentiell für unsere Gesellschaft. Das Fraunhofer FHR entwickelt deshalb radarbasierte Systeme, mit denen auch kleinste Trümmerteile detektiert, nachverfolgt und katalogisiert werden können. Mit hochpräzisen Bahndaten möglichst vieler dieser Objekte können Satellitenbetreiber Ausweichmanöver besser planen und zerstörerische Kollisionen vermeiden. Das Fraunhofer FHR stellte zusammen mit seinen Partnern vom 25. bis 29. April 2018 auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA Berlin Air Show die komplementären Radarsysteme TIRA und GESTRA sowie neueste Radarverfahren zur Weltraumbeobachtung an vier Ständen vor: Fraunhofer-Gesellschaft in Halle 2, Space Pavillion in Halle 4, Weltraumlagezentrum der Bundeswehr in Halle 3 und Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi in Halle 2.

Satelliten-gestützte Dienste sind für moderne Gesellschaften unverzichtbar – und somit auch Wissen über die Situation im Orbit. Um Informationen über die sogenannte Weltraumlage zu erhalten, werden derzeit von Politik, Weltraumagenturen und Satellitenbetreibern vielfältige Anstrengungen unternommen. Denn aufgrund der hohen Geschwindigkeiten von Satelliten und anderen Weltraumobjekten, haben selbst Teilchen von nur einem Zentimeter Größe im wahrsten Sinne des Wortes eine durchschlagende Kraft und können zur Verschärfung der Situation im Weltraum beitragen.

 

Radar warnt vor Weltraummüll und hilft bei Schäden

Mit dem Tracking and Imaging Radar TIRA sind neben Bahnbestimmungen und Schadenanalysen die Identifizierung und technische Analyse von Satelliten möglich. Mit dem German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar GESTRA  entsteht ein Weltraumüberwachungsradar mit Leading-edge-Technologie, welches einen Katalog der Weltraumtrümmer im erdnahen Bereich erzeugen wird.

Bei der ILA Berlin Air Show kamen daher unsere Systeme auch in den Fokus von zwei Bundesministern. Dr. Gerald Braun (DLR) informierte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Stand des Bundeswirtschaftsministeriums über GESTRA. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium auf Beschluss des Deutschen Bundestags gefördert und vom DLR-Raumfahrtmanagement koordiniert. Bei der Umsetzung kooperiert das Fraunhofer FHR eng mit dem Deutschen Weltraumlagezentrum in Uedem, welches das System betreiben wird.

Im Anschluss an ihre Pressekonferenz besuchte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen den Stand der Bundeswehr, wo auch das Deutsche Weltraumlagezentrum vertreten war. Hier zeigte das Fraunhofer FHR Modelle von GESTRA und TIRA. Die beiden Systeme des Fraunhofer FHR ermöglichen es dem Deutschen Weltraumlagezentrum, unabhängig von Wetter und Tageszeit die benötigten Informationen über Satelliten und Raumfahrtrückstände zu sammeln. Die Verteidigungsministerin zeigte sich sehr interessiert an den Fähigkeiten, die dem Deutschen Weltraumlagezentrum durch die beiden leistungsstarken Sensoren zur Verfügung stehen. Besonders beeindruckt war sie von der strategischen Ausbaufähigkeit des GESTRA-Konzeptes hinsichtlich verteilter Phased-Array-gestützter Weltraumüberwachungsradare. Dieses Konzept, welches am Fraunhofer FHR federführend weiter entwickelt und konkretisiert werden wird, wurde von Dr. Braun als weltweit einzigartig dargestellt.