Jahresbericht 2018

European Conference on Synthetic Aperture Radar (EUSAR)

Die internationale Konferenz zur Radarbildgebung vom 4. bis 7. Juni 2018 in Aachen war mit 450 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 32 Ländern im Jahr 2018 die weltweit größte Konferenz auf diesem Gebiet. General Chairman war Dr. Andreas Brenner vom Fraunhofer FHR.

Dr. Brenner, Dr. Usoff (MIT Lincoln Laboratory) und Dr. Rosen (NASA JPL) eröffneten die EUSAR in Aachen. Nach der Konferenz besuchten die Wissenschaftler aus den USA unser Weltraumbeobachtungsradar TIRA.
© Fraunhofer FHR

Dr. Brenner, Dr. Usoff (MIT Lincoln Laboratory) und Dr. Rosen (NASA JPL) eröffneten die EUSAR in Aachen.

© Fraunhofer FHR

Dr. Brenner, Fraunhofer FHR, bei seiner Begrüßungsrede.

© Fraunhofer FHR

Nach der Konferenz besuchten die Wissenschaftler aus den USA unser Weltraumbeobachtungsradar TIRA.

Radarbilder der Erde aus der Luft, aus dem Weltraum oder von Objekten im Weltraum bieten einzigartige Vorteile: Aus hunderten Kilometern Entfernung können hochaufgelöste Abbildungen erzeugt werden – unabhängig von Wetter und Tageslicht. Das sind zum Beispiel detaillierte Karten der Erdoberfläche zur Kartographie oder präzise Abbildungen von Satelliten wie beim Wiedereintritt der chinesischen Raumstation Tiangong-1.

Was sind die neuesten Entwicklungen und Anwendungen im Bereich der Radarbildgebung? Diese Frage beantworteten die 450 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 32 Ländern Anfang Juni in Aachen auf der 12. Europäischen Konferenz zum Synthetischen Apertur Radar (EUSAR). Die Konferenz findet alle zwei Jahre statt und wird vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE) organisiert und wissenschaftlich durch die Fraunhofer-Gesellschaft, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR, Airbus und Hensoldt begleitet. 2018 hatte Dr. Andreas Brenner, Abteilungsleiter beim Fraunhofer FHR, den Konferenzvorsitz.

Mit über 250 Beiträgen in 50 Sessions wurde bei der Konferenz die ganze Breite des Themas abgedeckt. Besonders erwähnenswert waren hier die Vorträge führender Forscher aus den USA: Dr. Paul Rosen (NASA JPL) präsentierte neueste Technologien und Ergebnisse zur satellitengestützten Erdbeobachtung und Dr. Joseph Usoff (MIT Lincoln Laboratory) zeigte die Fähigkeiten des Haystack Großradar (HUSIR), welches gemeinsam mit der Großradaranlage TIRA des Fraunhofer FHR im Bereich der Weltraumbeobachtung zu den leistungsfähigsten Radarsystemen der Welt gehört. Denn Radar bietet als einziger Sensor die Fähigkeit vom Erdboden aus kleinste Weltraumtrümmer zu detektieren und hochaufgelöste Abbildungen von Weltraumobjekten zu erstellen, wie an Ostern 2018 bei der Begleitung des Wiedereintritts der chinesischen Raumstation Tiangong-1. Forscher des Fraunhofer FHR beteiligen sich auch zu diesem Thema.

 

Best Poster Award für Fraunhofer FHR-Wissenschaftler

Am letzten Konferenztag der EUSAR in Aachen wurden die besten Beiträge ausgezeichnet: Der Fraunhofer FHR-Wissenschaftler Dr. Ingo Walterscheid gewann gemeinsam mit den Institutskollegen Philipp Wojaczek und Dr. Diego Cristallini sowie Ashley Summers (DSTG, AUS) den »Best Poster Award« für das Paper »Challenges and first results of an airborne passive SAR experiment using a DVB-T transmitter«. Die Institutsleitung gratulierte den Preisträgern zu ihrem großartigen Erfolg.

In dem vorgestellten Projekt »Passives SAR« wird untersucht, ob bzw. wie nicht-kooperative Beleuchter (hier DVB-T) zur Radarbildgebung und verdeckten Aufklärung genutzt werden können. Das Paper beschreibt die Herausforderungen und die ersten Ergebnisse einer Messkampagne bei der am Boden reflektierte Fernsehsignale (DVB-T) mit Hilfe eines PCL-Empfängers an Bord des Ultraleichtflugzeugs »Delphin« empfangen und aufgezeichnet wurden. Durch die anschließende Signalverarbeitung konnten erfolgreich erste Radarbilder prozessiert werden.

Die nächste EUSAR findet vom 15. bis 18. Juni 2020 in Leipzig statt. Aktuelle Informationen erhalten Sie unter www.eusar.de.