Jahresbericht 2019

Promotionen am Fraunhofer FHR 2019

Das Fraunhofer FHR bieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern optimale Bedingungen, um am Institut ihre Dissertation zu schreiben. Dabei unterstützt das Institut die Mitarbeitenden jeweils genau zugeschnitten auf ihre individuellen Interessen und Wege zur Promotion. Zwei Mitarbeiter, die im Jahr 2019 promoviert haben, berichten über ihre Erfahrungen.

Dr. Benedikt Welp

Systemkonzept und Schaltungen für breitbandige MIMO-FMCW-Radarsysteme bis 60 GHz in modernen SiGe-Bipolartechnologien

© Fraunhofer FHR / Benedikt Welp

Von der Ruhr Universität Bochum kam Dr. Benedikt Welp im März 2013 an das Fraunhofer FHR. Nachdem er seine Masterarbeit in Elektro- und Informationstechnik bei Professor Nils Pohl geschrieben hatte, folgte das Angebot aus Wachtberg, in der damaligen Abteilung von Prof. Pohl (heute Abteilung ISS) ein neues Team für Chipdesign mit aufzubauen. »Am Anfang meiner Tätigkeit stand der komplette Aufbau der Infrastruktur des neuen Teams, dessen erster Mitarbeiter ich war sowie die Entwicklung von Chips für Industriepartner - von der Anschaffung der entsprechenden Software über die Einrichtung der Labore mit Chipmesstechnik bis hin zur Entwicklung der ersten am Fraunhofer FHR designten SiGe-Chips,« so Dr. Benedikt Welp.

Die Idee zu promovieren hatte der 31-jährige dabei bereits länger im Hinterkopf. Nachdem er an verschiedenen Projekten mit Industriekunden und öffentlichen Forschungsprojekten gearbeitet hatte, zeichnete sich sein Schwerpunkt im Bereich der breitbandigen Signalgenerierung mit hohen Ausgangsleistungen für FMCW-Radarsysteme ab. So fand sich auch sein Dissertationsthema mit dem Titel »Systemkonzept und Schaltung für breitbandige MIMO-FMCW-Radarsysteme bis 60 GHz in modernen SiGe-Bipolartechnologien«.

Der Fokus seiner Arbeit lag in der Forschung bei Projekten im Bereich der Hochfrequenz- und Radartechnik und im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms (LuFo) des BMWi. »Neben der Projektarbeit für Kunden wurde mir vor allem durch meinen Vorgesetzten und Doktorvater ermöglicht, sehr selbständig an meiner Dissertation zu arbeiten. Es schadet sicher nicht, wenn man eine starke Eigenmotivation und selbständige Arbeitsweise für eine Promotion mitbringt. Das Chipdesign-Team und Dr. Dirk Nüßler und Prof. Pohl als meine Vorgesetzten hatten dabei immer offene Ohren für Fragen oder neue Ideen, die ich ausprobieren wollte. Das Institut hat mir viele Möglichkeiten eröffnet, ich konnte Artikel publizieren und hatte Gelegenheit, an internationalen Kongressen, unter anderem auf Hawaii, teilzunehmen und mich mit Experten aus der ganzen Welt austauschen. Das war für mich als Wissenschaftler extrem reizvoll. Besonders freue ich mich auch darüber, dass sich aus meiner Forschungsarbeit neue Projekte, Kunden und Einsatzgebiete ergeben haben«, resümiert Dr. Benedikt Welp seine im Januar 2019 abgeschlossene Promotion.

Dr. Philipp Wojaczek

Passive Radar on Moving Platforms Exploiting DVB-T Transmitters of Opportunity

Direkt von der Universität ging es für Dr. Philipp Wojaczek ans Fraunhofer FHR. Nach seinem Studium der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg startete er am 1. März 2015 seine Karriere am Institut und forscht in der Abteilung PSR. »Mein Teamleiter Dr. Diego Cristallini hat mir vorgeschlagen, bei Prof. Pierfrancesco Lombardo an der Universität La Sapienza Rom zu promovieren. Prof. Lombardo kannte ich durch seine Vorlesung im Rahmen der International Summer School on Radar/SAR und so habe ich mich für das dreijährige Doktorandenprogramm in Rom beworben«, erzählt Dr. Philipp Wojaczek. Nach erfolgreicher Bewerbung und Vorstellung vor einem Konsortium aus Professoren in Rom erfolgte die Aufnahme als PhD Student.

Die Themenfindung der Doktorarbeit mit dem Titel »Passive Radar on Moving Platforms Exploiting DVB-T Transmitters of Opportunity« ergab sich aus seiner Forschungstätigkeit am Fraunhofer FHR. »Der Bereich des Passivradars auf bewegten Plattformen ist für mich ein besonders spannendes Thema, da es hier noch nicht viel Forschung gab und gibt. Ich hatte also den Freiraum und die Herausforderung, vieles von Grund auf anzufangen«, so der 32-jährige.

Die Zusammenarbeit mit der Universität in Italien lief reibungslos. »Ich habe meine Ergebnisse nach Italien geschickt und wir haben uns in Telefonkonferenzen regelmäßig besprochen. Ebenso konnte ich mich mit Prof. Lombardo im Rahmen der Summer School und auf Konferenzen treffen und persönlich austauschen. Sehr wertvoll war auch die Möglichkeit, im zweiten Jahr für drei Monate am Lehrstuhl in Rom mit anderen PhD Studenten und Prof. Lombardo arbeiten zu können«, so Dr. Philipp Wojaczek. Nach Abgabe der Dissertation folgte die Verteidigung im Februar 2019 in Rom. »Die Promotionsbedingungen waren für mich alles in allem hervorragend. Das Institut hat mich in jeder Phase der Doktorarbeit voll unterstützt und mein Team war immer für mich da, wenn es Fragen gab. Durch die Forschungsarbeit in der Abteilung PSR hatte ich die nötigen Eckdaten für meine Arbeit zur Verfügung auf deren Basis ich meine Simulationen machen konnte«, bilanziert Dr. Philipp Wojaczek.