Sicherheit

ZIVILE SICHERHEIT: VIELFÄLTIGE UNTERSTÜTZUNG DURCH RADAR

Am 11. September 2001 versetzte der Anschlag auf das World Trade Center die Welt in Angst und Schrecken: War er doch der erste terroristisch motivierte Anschlag dieser Dimension auf ein ziviles Ziel. Es folgten Anschläge in Madrid im Jahr 2004 und in London im Jahr 2005. Die Forschung reagierte: Gab es bis dato nahezu keine Sicherheitsforschung für den zivilen Bereich, wurden nach dem Anschlag auf die Zwillingstürme zahlreiche nationale und internationale Forschungsprogramme aufgelegt, die den Schutz der Zivilbevölkerung in Friedenszeiten adressierten. So etwa das Sicherheitsforschungsprogramm der Bundesregierung »Forschung für die zivile Sicherheit«, das mittlerweile in die dritte Runde geht. Generell basiert die Sicherheitsforschung auf drei großen Säulen. Erstens: Der Schutz von Menschen – sei es bei Großveranstaltungen oder auf Bahn- und Flughäfen – sowie ihre Rettung, etwa bei Naturkatastrophen, Epidemien, Anschlägen oder ähnlichem. Zweitens: Der Schutz kritischer Infrastrukturen. Dazu gehören Flughäfen, Bahnhöfe, Wasserstraßen und Brücken ebenso wie die Energie- und Wasserversorgung oder die Kommunikation. Drittens: Der Schutz vor Kriminalität und Terrorismus. Wie etwa kann man der Tatsache begegnen, dass immer mehr Menschen auf der Straße Messer mit sich führen und bei banalen Streitigkeiten auch einsetzen? So finden allein in Berlin rund ein Dutzend Messerangriffe statt – pro Tag! Radar bietet bei all diesen Säulen zahlreiche Möglichkeiten, die Sicherheit im zivilen Bereich zu erhöhen. Das Geschäftsfeld Sicherheit des Fraunhofer FHR ist dabei ein kompetenter Ansprechpartner.

Schutz und Rettung von Menschen: Unbemannte Systeme mit Radarsensoren

Im Falle einer Katastrophe ist es für die Einsatzkräfte oft schwer bis unmöglich, sich innerhalb kürzester Zeit ein genaues Lagebild zu machen. Beispielsweise ist es im Brandfall äußerst gefährlich, brennende Gebäude auf der Suche nach Menschen zu betreten. Drohnen kombiniert mit Radartechnologie können hier eine große Hilfe sein: Die Drohnen könnten prinzipiell in verqualmte Gebäude fliegen und über an ihnen angebrachte Radarsensoren Lebenszeichen von Menschen oder Tieren orten. Gleichzeitig können Radarsensoren dafür sorgen, dass Drohnen sicher durch Gebäude navigieren, ohne irgendwo anzustoßen. Auf diese Weise ließen sich Rettungseinsätze deutlich schneller, effizienter und gefahrloser durchführen. Auch bei der Suche nach Verschütteten können Radarsensoren gute Dienste leisten, indem sie Lebenszeichen unter Trümmern orten. In einem weiteren Schritt wäre es denkbar, Drohnen autonom arbeiten zu lassen – auf diese Weise würde die menschliche Einsatzkraft weiter entlastet werden. An entsprechenden Radartechnologien wird im Geschäftsfeld Sicherheit bereits in verschiedene Richtungen geforscht. Noch einen Schritt weiter geht das kognitive Radar, bei dem das Radarsystem die jeweils optimalen Parameter, angepasst an die aktuelle Situation, eigenständig einstellt.

Schutz von kritischer Infrastruktur: Inspektionsroboter mit Radarsensoren

Zur zivilen Sicherheit gehört es auch, kleinste Risse in Kühltürmen von Kraftwerken, Tunnelsystemen, Brücken oder ähnlichen Infrastrukturen zu entdecken. Drohnen und Roboter können auch diese zum Teil gefährlichen, aber auch zeitraubenden Aufgaben übernehmen. Für die Radartechnologie gibt es hier zwei Ansatzpunkte: Zum einen kann sie über Sense and Avoid Kollisionen verhindern. Registriert der Radarsensor eine Wand oder ein anderes Hindernis, können die Daten an die Steuerung der Drohne oder des Roboters gesendet werden, so dass sie dem Hindernis ausweicht. Erste Tests hierzu hat das Geschäftsfeld Sicherheit bereits erfolgreich durchgeführt. Zum anderen bieten Radarsensoren Vorteile bei der Analyse der Infrastrukturen – so können sie auch in dunkler, verqualmter und unzugänglicher Umgebung Strukturen millimetergenau abbilden und feinste Risse und Beschädigungen detektieren.

Schutz vor Kriminalität

Auch bei der dritten Säule, dem Schutz vor Kriminalität, können Radarsysteme gute Dienste leisten. So ermöglichen sie Sicherheitskräften berührungslos zu erkennen, ob Personen unter ihrer Kleidung Messer oder andere gefährliche Dinge versteckt bei sich tragen.

Fachbeiträge aus dem Geschäftsfeld

Umgebung auf dem Boden und in der Luft überwachen

M. Sc. Winfried Johannes

Politische Kundgebungen? Sportveranstaltungen? Drohnen aufspüren...

Dipl.-Ing. Andries Küter