RADIKAL – Sichere Radarsensorik und KI für autonome Logistikdrohnen

RADIKAL – Sichere Radarsensorik und KI für autonome Logistikdrohnen

Im Projekt RADIKAL (Radarsensorik für automatisierte Drohnensteuerung mit intelligenter Kamera-Bildverarbeitung und abgesicherter Landung) werden innovative Sensor- und Assistenzsysteme für autonome Transportdrohnen entwickelt. Ziel ist es, den sicheren und flexiblen Einsatz von Drohnen in der Logistik entscheidend voranzubringen – insbesondere im Expressverkehr, auf der letzten Meile sowie in der industriellen Intralogistik.

Drohnen bieten großes Potenzial für schnelle, direkte Lieferungen im bislang wenig genutzten unteren Luftraum. Zeitkritische Transporte, etwa von Medikamenten oder dringend benötigten Ersatzteilen, können so deutlich beschleunigt werden. Voraussetzung für einen breiten Einsatz ist jedoch ein Höchstmaß an operativer Sicherheit. Start-, Flug- und Landephase müssen zuverlässig und autonom durchgeführt werden – auch in dynamischen, teils unvorhersehbaren Umgebungen. Genau hier setzt RADIKAL an.

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung hochintegrierter Radarsensorik, die mit intelligenter Kamerabildverarbeitung kombiniert wird. Radar bietet gegenüber rein optischen Systemen entscheidende Vorteile: Es arbeitet zuverlässig bei Regen, Nebel oder schwierigen Lichtverhältnissen und ermöglicht eine robuste Hindernisdetektion. Gleichzeitig liefern Kameras detaillierte Bildinformationen zur Klassifizierung von Objekten. Durch die KI-basierte Fusion beider Sensordaten entsteht ein System, das Hindernisse im Flug frühzeitig erkennt, dynamisch darauf reagiert und sichere Landeplätze bewertet.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Überwachung des Landebereichs. Das System soll Personen und andere potenzielle Gefahrenquellen zuverlässig identifizieren und die Eignung eines Landeplatzes autonom bewerten. Dazu werden neuartige Radar-Designs, adaptive Signalverarbeitungsalgorithmen sowie KI-Modelle entwickelt, die Sensordaten interpretieren und situationsabhängige Entscheidungen treffen können. Die entwickelten Komponenten werden in Logistikdrohnen integriert und in realitätsnahen Demonstrationsszenarien getestet und validiert.

Projektpartner und Förderung

Das Projekt wird von HHLA Sky GmbH, vormals Third Element Aviation GmbH (Bielefeld) koordiniert.  Zum Konsortium gehören außerdem die it-objects GmbH (Essen), das Fraunhofer FHR sowie die Ruhr-Universität Bochum. Gemeinsam vereinen die Partner industrielle Drohnenkompetenz, Software- und KI-Expertise sowie langjährige Forschungserfahrung im Bereich Radar- und Systemtechnik.

RADIKAL wird im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027 im Zeitraum von 2025 bis 2027 durchgeführt. Mit dem Projekt entsteht eine technologische Grundlage für eine neue Generation autonomer Drohnensysteme, die höhere Sicherheitsstandards erfüllt, flexibler einsetzbar ist und das Marktpotenzial der drohnenbasierten Logistik nachhaltig erschließt.