Mit Terraherz-Technologie mobil Gefahrenbereiche erkennen

Neuer Sonderforschungsbereich MARIE bewilligt

Presseinformation / 29.11.2016

Millimeterwellen-Scanner machen zerstörungsfrei auch in Wänden verborgene Strukturen sichtbar, wie hier Rohrleitungen (blau) in einer Trockenbauwand.
© Foto Fraunhofer FHR

Millimeterwellen-Scanner machen zerstörungsfrei auch in Wänden verborgene Strukturen sichtbar, wie hier Rohrleitungen (blau) in einer Trockenbauwand.

Zahlreiche Vorarbeiten des Fraunhofer FHR in der Höchstfrequenztechnik, wie sie hier zur Bausubstanzuntersuchung mit Millimeterwellenscannern gemacht wurden, fließen in den neuen SFB/Transregio „Marie“ mit ein.
© Foto Fraunhofer FHR

Zahlreiche Vorarbeiten des Fraunhofer FHR in der Höchstfrequenztechnik, wie sie hier zur Bausubstanzuntersuchung mit Millimeterwellenscannern gemacht wurden, fließen in den neuen SFB/Transregio „MARIE“ mit ein.

Einen mobilen, kompakten und dennoch hochsensiblen Materialdetektor hat der neue SFB/Transregio MARIE („Mobile Material-Charakterisierung und -Ortung durch Elektromagnetische Abtastung“) zum Ziel. Der Sonderforschungsbereich startet am 01. Januar 2017 unter der Federführung der Universität Dusiburg-Essen und der Ruhr-Uni Bochum und wird mit insgesamt 13,9 Mio. Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Neben weiteren Forschungspartnern von der Uni Wuppertal, der TU Darmstadt sowie dem Fraunhofer IMS, ist auch das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR in Wachtberg beteiligt: Es bringt seine Expertise in Schaltungs- und Systementwicklung für THz-Radar-Systeme in den zunächst für 4 Jahre laufenden Sonderforschungsbereich ein.

Schmorende Kabel in Wänden aufspüren, bewusstlose Personen in kontaminierten Räumen finden oder ganze 3D-Materialkarten auch von kleinen, schwer zugänglichen Bereichen erstellen – Mit integrierter Sub-Millimeterwellen-Elektronik soll der im SFB/Transregio MARIE erforschte Mini-Detektor die Materialeigenschaften nahezu beliebiger Objekte bestimmen können.

Das geht nur mit sehr hohen Frequenzen bis in den Terahertzbereich (eine Billion Zyklen pro Sekunde). Denn diese können viele Materialien wie Papier, Kunststoff oder organisches Gewebe durchdringen, ohne sie zu zerstören oder zu verändern, und erlauben dabei gleichzeitig exakte Analysen von Materialzusammensetzung und Oberflächenbeschaffenheit. „Durch unser  Know-how über Höchstfrequenzsensoren und die engen Kooperationen, die wir u.a. mit dem Lehrstuhl für Integrierte Systeme an der Ruhr-Uni Bochum pflegen, können wir einen wertvollen Beitrag zum SFB MARIE leisten und zusammen mit den beteiligten Forschungspartnern die Terahertz-Technologie für weitere wichtige Anwendungen erschließen.“ freut sich Dr.-Ing. Peter Knott, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer FHR, über die Bewilligung des neuen Sonderforschungsbereichs.