Erster Internationaler Wissenschaftscampus am Fraunhofer FHR in Wachtberg

20.9.2016

Kreative Nachwuchs-Wissenschaftler für einen Berufseinstieg bei Fraunhofer begeistern – dafür veranstaltet die Fraunhofer-Gesellschaft regelmäßig den Wissenschaftscampus. Der wird nun das erste Mal international: Vom 19. bis 23. September laden die Fraunhofer-Gesellschaft und das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR diesmal 50 Studentinnen und Studenten aus Italien an das Institut in Wachtberg ein. In intensiven Fachworkshops bearbeiten die Studierenden aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) mit den FHR-Experten anspruchsvolle Aufgaben rund ums Radar und erhalten in Karriere-Workshops wichtige Tipps für eine Laufbahn in der Wissenschaft.

Rund 50 Studentinnen und Studenten aus Italien begrüßte das Fraunhofer FHR am Montagabend bei der Auftaktveranstaltung des ersten Internationalen Wissenschaftscampus in Bonn.
© Foto Fraunhofer FHR

Rund 50 Studentinnen und Studenten aus Italien begrüßte das Fraunhofer FHR am Montagabend bei der Auftaktveranstaltung des ersten Internationalen Wissenschaftscampus in Bonn.

Die Teams am Fraunhofer FHR sind bunt gemischt: verschiedene Fachrichtungen, Frauen und Männer, unterschiedliche Altersstufen oder eben auch Kulturen. „Die Vielfalt steigert das kreative Potenzial und damit die Qualität unserer Arbeitsergebnisse. Das schätzen wir sehr!“ erläutert Dr.-Ing. Peter Knott, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer FHR, seine Motivation für die die Durchführung eines Internationalen Wissenschaftscampus. „Die Veranstaltung bietet den Studierenden Orientierung auf Ihrem Weg in die Wissenschaft und unterstützt uns gleichzeitig bei der Suche nach engagierten, qualifizierten Nachwuchskräften“, so Knott. Bedarf und Interesse sind groß: Obwohl die Studentinnen und Studenten der Uni Pisa für die Teilnahme an der dreitägigen Veranstaltung zwei zusätzliche Tage für die An- und Abreise einplanen müssen, waren die verfügbaren Plätze schon wenige Tage nach der Ankündigung ausgebucht.

Radargrundlagen und Karrieretipps

Am ersten Tag des Programms gehen die Studierenden direkt in medias res: In kleinen Gruppen bearbeiten sie Aufgabenstellungen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern des Instituts. Mit welchen Prinzipien sich Radarbilder auch ferngesteuert z.B. aus der Luft oder dem Weltraum gewinnen lassen, ist Schwerpunkt eines der Workshops. In anderen liegt der Fokus auf dem Design von gepulsten Radarsystemen – von der Systemarchitektur und der Antennenanordnung über die Deckung des Energiebedarfs und die Netzwerkanbindung bis zur Berücksichtigung des Hintergrundrauschens. Dabei werten die Teilnehmer auch selbst im Experiment gewonnene Radardaten aus, um das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten besser zu verstehen.  Weitere Themen sind das Design von passiven Radarsystemen, die der Überwachung kritischer Strukturen dienen, oder wie Abstandsmessungen mit Radarsensoren realisiert werden können. Letzteres kommt beispielsweise bereits vielfach in Automobilen oder der industriellen Produktion zum Einsatz. Dass Radartechnik keineswegs ein trockenes Thema ist, wird spätestens bei diesem Workshop deutlich, denn hier nutzen die Studenten die Abstandsmessung kreativ, indem sie die gemessenen Entfernungen eines Gegenstandes zum Radarsensor in Musik umsetzen.

In den folgenden Tagen des Wissenschaftscampus stehen Fähigkeiten wie interkulturelle Kommunikation, Karriereplanung in der Wissenschaft, Design Thinking, Gruppendynamik oder das Zeitmanagement auf dem Plan und geben den Studierenden wertvolle Hilfestellungen für ihre berufliche Zukunft an die Hand.

Dass der Fraunhofer-Wissenschaftscampus den Nachwuchsforschern tatsächlich einen Mehrwert bietet, belegt der Erfolg der vergangenen Veranstaltungen. Auch das Fraunhofer FHR hat bereits 2015 zusammen mit anderen Fraunhofer-Instituten der Region Bonn und der Fraunhofer-Zentrale einen Wissenschaftscampus für Studentinnen deutscher Universitäten veranstaltet und dafür sehr positives Feedback bekommen. Der ursprünglich insbesondere für die Förderung von Frauen im MINT-Bereich konzipierte Wissenschaftscampus öffnet sich mit der aktuellen Veranstaltung nicht nur über die Landesgrenzen hinweg, sondern auch für die Teilnahme von männlichen Studenten.